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Wallfahrt und Tourismus
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Papst Benedikt XVI. und Altötting

 

Über Altötting schreibt Papst Benedikt XVI. im Vorwort zum Altöttinger Stadtführer: „Ich habe das Glück, ganz in der Nähe von Altötting geboren zu sein. So gehören die gemeinsamen Wallfahrten mit meinen Eltern und Geschwistern an den Gnadenort zu meinen frühesten und schönsten Erinnerungen…“

Wie sein Vorgänger auf dem Stuhl Petri ist Papst Benedikt XVI. ein großer Marienverehrer. Im November 1980 begleitete er - damals noch als Erzbischof von München-Freising - Papst Johannes Paul II. bei dessen Altöttingaufenthalt im Rahmen einer Pastoralreise durch Deutschland.

Während seiner Amtszeit als Präfekt der Katholischen Glaubenskongregation (ab 1981), führten ihn dann weitere offizielle Anlässe in das Bayerische Nationalheiligtum: das Jubiläumsjahr 1989 „500 Jahre Marienwallfahrt Altötting“, wo er den festlichen Eröffnungsgottesdienst in der St. Anna Basilika zelebrierte, als Festprediger beim 400-jährigen Gründungsjubiläum der Marianischen Männerkongregation von Altötting im Jahr 1999 oder die jährlich am Pfingstsamstag mit 10.000 Teilnehmern eintreffende große Regensburger Fußwallfahrt, welche er im Jahr 2001 auf der letzten Etappe nach Altötting begleitete. Wie viele hochrangige kirchliche Würdenträger stattete er der Gnadenkapelle von Altötting regelmäßig - und von der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt -
Privatbesuche ab; so auch im Jahr seines 75. Geburtstags. Der zu dieser Zeit schon lange in Rom lebende Kurienkardinal Joseph Ratzinger unternahm im August 2002, zusammen mit seinem Bruder Georg und dem Salzburger Erzbischof Georg Eder, eine Wallfahrt nach Altötting, zuletzt nochmals mit seinem Bruder im Januar 2005.

Anlässlich der Amtseinführung am 25. April 2005 in Rom überreichte Altöttings Bürgermeister Herbert Hofauer dem neu gewählten Papst eine Kopie der Altöttinger Madonna. Seine Heiligkeit dankte dafür mit den Worten „Altötting ist das Herz Bayerns und eines der Herzen Europas…“

Papst Benedikt XVI. in Altötting
Im Rahmen seiner ersten offiziellen Reise nach Bayern vom 9.-14. September 2006 besuchte Seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI. neben München und Regensburg am 11. September auch die Wallfahrtsstadt Altötting, die er als „meine geistliche Heimat“ bezeichnete. Zehntausende Gläubige, denen dieses bewegende Ereignis in bester Erinnerung bleiben wird, nahmen an diesem Tag bei strahlendem Sonnenschein an der Messfeier auf dem Kapellplatz teil. Am 7. Juni 2006 verlieh die Wallfahrtsstadt Papst Benedikt XVI. die Ehrenbürgerwürde. Der Heilige Vater wiederum verlieh im Jahr 2008 Altötting als erstem Marienheiligtum Deutschlands die „Goldene Rose“.

Kindheit und Jugend Papst Benedikts XVI. in der Region Inn-Salzach
Joseph Ratzinger wurde am 16. April 1927, unweit von Altötting, in Marktl am Inn geboren. Sein Geburtshaus am Marktplatz von Marktl, das benachbarte Heimatmuseum und die örtliche Pfarrkirche St. Oswald mit dem alten Taufstein sind mittlerweile beliebte Ausflugsziele.

Die Familie Ratzinger - der Vater war Gendarmeriebeamter und wurde mehrfach versetzt - musste einige Male umziehen, 1929 nach Tittmoning an der Salzach. Hier besuchte Joseph dann im Alter von drei Jahren den Kindergarten im ehemaligen Augustinerkloster. Die Familie wohnte im sog.Stubenrauchhaus (heute Sparkassengebäude) am Stadtplatz 39. Aus dieser Zeit ist folgende Episode überliefert: Als Michael Kardinal von Faulhaber anlässlich einer Firmung um 1930 auch den Tittmoninger Kindergarten besuchte, bemerkte Joseph Ratzinger, beeindruckt von dessen Talar: „Ich werde auch einmal Kardinal“.

Im Jahr 1932 zog die Familie dann nach Aschau am Inn. Joseph besuchte hier die Volksschule und empfing in der spätgotischen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt die erste Heilige Kommunion. Ins nahe gelegene Kloster Au ging Joseph Ratzinger zum Klavierunterricht bei den Franziskanerinnen. 1937 erfolgte der Umzug der Familie in ein vom Vater gekauftes kleines Bauernhaus am Eichenweg 19 (heute: Papst-Benedikt-XVI.-Weg) in Hufschlag, Gemeinde Surberg, bei Traunstein. Von diesem Vorort aus ging Joseph Ratzinger bis 1943 auf das Traunsteiner Chiemgau-Gymnasium in der Rosenheimer Straße (heute Musikschule), machte das Abitur und besuchte zusammen mit seinem Bruder Georg das dortige Erzbischöfliche Studienseminar auf der Wartberghöhe. 1951, nach Abschluss seiner Studienzeit, empfingen er und sein Bruder Georg von Kardinal Faulhaber die Priesterweihe. Ihren Primizgottesdienst feierten beide in der Traunsteiner Stadtpfarrkirche St. Oswald.

Es folgten weitere Studienjahre in München, das Doktorat in Theologie (1953) und Lehrtätigkeiten als Professor in Bonn (1959), Münster (1963), ab 1966 zusätzlich in Tübingen und schließlich in Regensburg (1969). Im März 1977 ernannte Papst Paul VI. Joseph Ratzinger zum Erzbischof von München-Freising, wenige Monate später zum Kardinal.

Der Benediktweg - Radeln auf den Spuren Papst Benedikts XVI.
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