Einsamkeit ist ein globales Problem. Einsamkeit ist ein Gesundheitsproblem. Einsamkeit ist ein politisches Problem.
Die WHO bezeichnet sie als globale Gesundheitskrise – Einsamkeit nämlich erhöht das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle, für Demenz, chronische Entzündungen Depressionen und Angsstörungen, schwächt unser Immunsystem, lässt uns schlechter schlafen und früher sterben.
„Selbst ist der Mann/die Frau“ ist ganz offensichtlich eine Lüge – Menschen sind profund aufeinander angewiesen, wir brauchen einander, Beziehung zueinander, Verbundenheit miteinander.
Die Manosphere klagt über die „Male Loneliness Epidemic“ und erhebt implizit oder explizit den Anspruch darauf, dass Frauen Männern zur Verfügung zu stehen haben: als Partnerinnen, Ehefrauen und Fürsorgearbeiterinnen während eine Reflexion der eigenen Beziehungskompetenzen und der eigenen Beziehungspraxis, etwa in Freundschaften, verweigert wird.
Während kulturell primär das Finden und Erhalten einer romantischen Paarbeziehung als Lösung für die gegenwärtige Einsamkeitskrise propagiert wird, gehen andere tragende Beziehungen verloren: Freundinnenschaften, Wahlfamilien, breitere Unterstützungsnetzwerke.
Der Vortrag fragt also, was passieren würde, wenn wir Einsamkeit nicht mit Zentrierung, Priorisierung und Privilegierung von Romantik, romantischen Beziehungen und Kernfamilien beantworten würden, sondern mit mehr Freundschaft, mehr Verbundenheit und vielfältigeren sozialen Beziehungen.