Nahaufnahme einer Pflasterstraße

Stinglhamerstraße

Stinglhamerstraße
 

von Manfred Lerch, Stadtheimatpfleger

Der Kaufmann Franz Xaver Stinglhamer wurde am 6. Oktober 1853 im niederbayerischen Peterskirchen nahe Pfarrkirchen geboren. Im Jahr 1870 nach Altötting verzogen, 1888 daselbst in den Gemeindeausschuss gewählt und 1901 zum Magistratsrat berufen, verwaltete er die Schul- und Gemeindeversicherungskasse. Mit seiner Ehefrau Maria bewohnte er das Eckhaus Neuöttinger Straße 24/Alzgerner Straße.Nach dem Tod des Bürgermeisters Max Beck wurde Stinglhamer am 20. August 1901 zu dessen Nachfolger gewählt und am 5. Oktober als Stadtoberhaupt vereidigt.

Bild von Franz-Xaver Stinglhamer

Wie erfolgreich Stinglhamers Amtszeit (1901 bis 1916) war, zeigt folgende Auflistung:

  • Krankenhausneubau (1905)
  • Neubau der Mädchenschule (1905)
  • Rathausneubau (1908)
  • Neubau des Feuerwehrhauses
  • Abtrennung des Marienstifts vom Bruderhaus (1905)
  • Errichtung einer städtischen Freibank
  • Gründung der städtischen Sparkasse
  • Ausbau der Hochdruckleitungs-Wasserversorgung (1908)
  • Erweiterung des Abwasser-Kanalnetzes
  • Anlage eines dritten Friedhofs (1902)
  • Anschaffung eines Leichenwagens (1902)
  • Verbesserung der Straßenbeleuchtung
  • Ausbau der Gehsteige
  • Kauf eines Straßensprengwagens
  • Errichtung der Stadtkämmerei (1914)
  • Einrichtung einer Krankenhauskuratie
  • Anfertigung eines Generalbaulinienplans (1908)
  • Bodenzinsablösung

Für seine kommunalen Verdienste wurde Franz Xaver Stinglhamer mehrfach ausgezeichnet:

  • Inhaber des Verdienstkreuzes vom Hl. Michael mit der Krone
  • Inhaber des König-Ludwig-Kreuzes
  • Komtur des päpstlichen St.-Gregorius-Ordens
  • Ritter des Ordens Isabellas der Katholischen  
  • Inhaber des Verdienstkreuzes „Bene Merenti“

Franz Xaver Stinglhamer starb am 8. Dezember 1916 im Alter von 63 Jahren und ist auf dem Friedhof C bestattet. In Würdigung seiner Verdienste ehrte ihn der Stadtrat mit der Umbenennung der „Neuen Friedhofstraße“ in „Stinglhamerstraße".


Foto: Stadtarchiv