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Donnerstag, 01. Dezember 2016

Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe

Am 30. November 2016 beteiligte sich die Kreisstadt Altötting am internationalen Aktionstag „Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe”. Die Kampagne „Cities for Life“, initiiert von der christlichen Laienbewegung Sant´Egidio, ist die weltweit größte Mobilisierung von Städten und Bürgern für Menschlichkeit und Achtung der Menschenrechte. Der 30. November wurde für den Aktionstag gewählt, weil an diesem Tag im Jahr 1786 das Großherzogtum Toskana, als erster Staat der Welt, Folter und Todesstrafe für abgeschafft erklärte. Die Kreisstadt Altötting hat deshalb von ca. 17.00 Uhr - 20.00 Uhr verschiedene Schriftzüge an die Fassade des Rathauses projiziert, um damit den Einsatz für eine Welt ohne Todesstrafe zu protegieren.
 
Auch in diesem Jahr hat sich einiges auf dem Weg der Abschaffung der Todesstrafe getan. Im Oktober dieses Jahres fand im Parlament von Japan, das die Todesstrafe beibehält, erneut auf Einladung von Sant´Egidio mit Vertretern von Menschenrechtsorganisationen und staatlichen Behörden eine Konferenz über Möglichkeiten statt, diese Kampagne in Asien zu fördern und Wege in Richtung einer Abschaffung der Todesstrafe zu finden.

Mittlerweile haben 140 Staaten der Erde die Todesstrafe ganz abgeschafft oder wenden sie in der Praxis nicht mehr an. Jedoch übt eine Minderheit von 58 Staaten diese Praxis noch aus. Daher erreichen Sant´Egidio nach wie vor Meldungen von teilweise grausamen Hinrichtungen sowie Vollstreckungen, die aufzeigen wie bedeutend dieser globale Einsatz für Menschenrechte ist.

Ein starkes Signal erreichte Sant´Egidio aus Kenia, dort hat Präsident Kenyatta vor wenigen Tagen im Oktober alle 2747 Todesurteile in lebenslange Haftstrafen umgewandelt. Leider bleiben aber besorgniserregende Nachrichten nicht aus. Insbesondere aus den Krisengebieten des Nahen Ostens sind im Zusammenhang mit dem Terrorismus steigende Vollstreckungszahlen zu registrieren, in der Türkei wird über eine Abstimmung im Parlament zur Wiedereinführung der Todesstrafe nachgedacht. Daher bleibt die Bedeutung dieses globalen Einsatzes für eine Kultur des Lebens bestehen und dringend erforderlich.
 

Foto: Stadt Altötting