Während der Bücherei-Öffnungszeiten dürfen natürlich unsere Büchereikunden auf dieser schönen rotkarierten Couch mit Muse und Genuß die Tageszeitungen durchblättern oder in Büchern schmökern. Außerhalb der Öffnungszeiten nehmen jedoch geladene Gäste darauf Platz und alles dreht sich um BÜCHER & CO. Lassen Sie sich überraschen von den Gesprächen, Buchvorstellungen und Buchempfehlungen. Sehen Sie selbst...
Die rotkarierte Couch in der Kaffee-Ecke ist einfach "besetzungswürdig"
Die rotkarierte Couch hat sich sehr gefreut...
…über einen herrlich entspannten Leseabend!
Sie bescherten dem Publikum einen entspannten und amüsanten Leseabend in der Stadtbücherei (v.li.): Musiker Fredy Michl, Thessie Mayr, Dr. Roman Stöhr, Ulrike Beck-Stöhr, Gerlinde Huber und Konrad Krukowski mit Textauszügen bekannter Autoren aus verschiedenen bekannten und weniger bekannten Werken. − Foto: Csellich
Altötting. Der Raum im Untergeschoss der Stadtbücherei war bis auf den letzten Platz besetzt. Werner Sirringhaus hieß in Vertretung der Büchereileitung die Gäste willkommen und hatte Wasser sowie Rot- und Weißwein vorbereitet. Fredy Michl füllte die Pausen zwischen den Lesungen mit ruhigen Gitarrenklängen und verstärkte damit die Wohlfühlatmosphäre.
„Das geliehene Buch“ war das Thema des Abends. Thessie Mayr, Dr. Roman Stöhr, Ulrike Beck-Stöhr, Gerlinde Huber und Konrad Krukowski, Geschäftsführer des Landestheaters Niederbayern und vor 20 Jahren KulturKlub-Gründungsmitglied, waren die Vorleser. Gemeinsam gaben sie – mal mit großen Gesten und starker Betonung, dann wieder humorvoll mit ausdrucksstarker Mimik – Texte von Autoren unterschiedlicher Couleur über deren Liebe zum Buch, über das Schreiben und Lesen wieder.
Das Gedicht „Der Bücherfreund“ aus der Feder von Joachim Ringlnatz eröffnete den Abend selbstironisch: „Morgens zwölfmal, nur nüchtern, zwanzig Brockhausbände heben – hei, das gibt den Muskeln die Latur. Ob ein Stuhl zu hoch, zu niedrig sei, sechzig Bücher sind wie sechzig Kissen.“ Bernhard Schlinks „Der Vorleser“ ist international bekannt und wurde 2008 verfilmt. Im Zentrum des Romans steht die intensive Beziehung zwischen Michael Berg und der deutlich älteren Hanna Schmitz in der Zeit von 1958 bis in die frühen 1980er. Hinter dieser Liebesgeschichte verbirgt sich eine eindringliche Betrachtung von Schuld, Vergebung und der Aufarbeitung deutscher Vergangenheit.
„Das verliehene Buch“ von Harry Schmitz handelt von der kleinbürgerlichen Welt der Familie Mehlenzell. „Ein prächtiges Buch mit Goldschnitt und Damasteinband, aber sehr langweilig und mit schlechten, sehr schlechten Illustrationen“ ist der Auslöser, dass das Heimelige ins Unheimliche umschlägt. Die grotesken Ereignisse führen direkt in eine schwarzhumorige Katastrophe. Die knappe, präzise Sprache und Redeweise der Figuren, lässt die Zuhörer schmunzeln, aber am Ende auch schockiert zurück.
Vom tschechischen Schriftsteller Jaroslav Hašek stammt der weltbekannte Roman „Der brave Soldat Schwejk“. In seiner satirischen Kurzgeschichte „Unter Bibliophilen“ behauptet der Erzähler, er besitze eine persische Originalausgabe der Gedichte von Hafis, die in Menschenhaut gebunden sei. Aus diesem Grund wird er in einen elitären Club von Bibliophilen eingeladen und alle hoffen, hier einen Kenner der gehobenen Literatur vor sich zu haben. Selbstbewusst referiert der Erzähler über Tolstoi, der als Chemiker das Radio entdeckte und wahrlich ein würdiges Begräbnis verdient habe. Zwar glaubt er zwischendrin zu vernehmen, wie ihn zwei Herren als „Rindviech“ titulieren, doch er lässt sich damit nicht verunsichern. Als der Erzähler dann jedoch noch behauptet, Robinson Crusoe sei ein italienischer Dichter, wird er entrüstet aus dem Parterrefenster auf die Straße geworfen.
Kurt Tucholskys satirischer Text „Wo lesen wir unsere Bücher?“ ist auch noch an der Reihe, René Goscinny, der Schöpfer von „Asterix“ und „Lucky Luke“, der in seinem Werk „Rampenlicht“ schwelgt, wie es wäre, wenn ein Schriftsteller genauso begeistert vom Publikum gefeiert würde wie ein Bühnenkünstler – „und junge Mädchen mir das Hemd vom Leib reißen“. Konrad Krukowski liest den Text sehr pointiert und erntet viele Lacher.
Es war ein herrlich altmodischer Leseabend in geschliffener und poetischer Sprache, wie man sie heute nicht mehr hört. Die gelungene Textauswahl durch die Vorleserinnen und Vorleser kam bestens an. Geschichten, wechselnd zwischen leisen Tönen, feinem Humor, Schmunzeln und lautem Lachen. Text: Barbara Csellich
Die rotkarierte Couch hat sich sehr gefreut...
... über die Buchhändlerin Gertraud Munt.
Schon seit vielen Jahren, immer zur Herbstzeit, besucht die Buchhändlerin Gertraud Munt die Bücherei und hat interessante und spannende Bücher dabei, welche ihr im Laufe des Jahres besonders gut gefallen haben.
Am Donnerstagabend, 30.10.25 war es wieder soweit: Der große Lesebereich vor der rotkarierten Couch war bis auf den letzten Platz belegt. 25 Lese- und Bücherfans hatten es sich bei einem Glas Wein oder Wasser und Snacks gemütlich gemacht und lauschten gebannt den lebendig und spannend erzählten Ausführungen von Frau Munt. Damit die Gäste sich Notizen zu den besprochenen Büchern machen konnten, lagen die „Richtig-schmökern-Listen“ samt Kugelschreiber auf den Plätzen bereit. 20 Romane stellte die Buchhändlerin vor, welche im Anschluss auch gleich ausgeliehen oder zumindest vorbestellt werden konnten.
Ein sehr gelungener Abend, der im nächsten Jahr sicher wieder seinen Platz im Veranstaltungsreigen der Stadtbücherei Altötting findet. Hier die Bücherliste zum Nachlesen:t3://file?uid=18257