Konstituierende Stadtratsitzung am 6. Mai 2020

Am 6. Mai 2020 fand im Rahmen der konstituierenden Sitzung im Kultur + Kongress Forum Altötting die Vereidigung des Ersten Bürgermeisters der Kreisstadt Altötting, Stephan Antwerpen, statt.

Den Diensteid des Ersten Bürgermeisters nimmt das älteste anwesende Stadtratsmitglied ab. Konrad Heuwieser forderte als ältestes anwesendes Stadtratsmitglied den neugewählten Ersten Bürgermeister, Stephan Antwerpen, auf, nachfolgenden Eid zu sprechen: „Ich schwöre Treue dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und der Verfassung des Freistaates Bayern, Gehorsam den Gesetzen und gewissenhafte Erfüllung meiner Amtspflichten, so wahr mir Gott helfe.“

Die Antrittsrede des neugewählten Ersten Bürgermeisters Stephan Antwerpen

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Ehrengäste,
Herr Pfarrer Klaus Göpfert, Herr Prälat Günther Mandl,
Herr Landrat Erwin Schneider,
liebe Eltern, Mama mit Papa, Ehrenbürger und Altbürgermeister Richard Antwerpen,
lieber 1. Bürgermeister a.D. Herbert Hofauer mit Deiner Gattin Geli,
liebe Familie mit meiner Frau Marion und Kindern Simon, Mirjam und Lilli,
werte Vertreter der Presse Stephan Hölzlwimmer und Robert Attenhauser,
liebe Altöttinger Bürgerinnen und Bürger,

ich darf Sie alle sehr herzlich zur ersten Sitzung des am 15. März 2020 neu gewählten Altöttinger Stadtrates begrüßen und zu Ihrer Neu- oder Wiederwahl in dieses höchste Gremium unserer Stadt gratulieren.

Gleichzeitig möchte ich Ihnen allen danken, dass Sie sich wiederum oder erstmals bereit erklärt haben, Mitverantwortung für unser Gemeinwesen zu übernehmen und doch einen erheblichen Teil Ihrer Zeit (Lebenszeit, frei nach Klaus Müller) für das Gemeinwohl und für unsere Heimatstadt einzusetzen.

Der Weg zum Bürgermeisteramt

Am 12. März 2019 bewarb ich mich bei meinem Ortsverband um das Bürgermeisteramt unserer Heimatstadt Altötting und wurde bei der Nominierungsveranstaltung des CSU-Ortsverbandes Altötting am 5. Juni 2019 von allen anwesenden Mitgliedern zum Bürgermeisterkandidaten ernannt.

Mit Beginn der „heißen Phase“ des Wahlkampfes im Herbst 2019 bekam ich zwei Mitbewerber um das Amt des Bürgermeisters. Auch an dieser Stelle möchte ich mich aufrichtig für den äußerst fairen Umgang innerhalb der Bewerber für dieses Amt - bedanken und meinen beiden Mitwerbern großen Respekt für die von großer Wertschätzung geprägten Zeit, aussprechen.

Hier wird der neue Erste Bürgermeister Stephan Antwerpen vereidigt.

Mit den Kommunalwahlen am 15. März 2020 erreichte unser Werben um die Ämter in den verschiedenen kommunalen Gremien ihren Höhepunkt und ich freue mich sehr über das überwältigende Wahlergebnis mit mehr als 70% Zuspruch der Wahlbeteiligten und das große Vertrauen der Altöttinger Bürger in mich. Damit trauen mir die Wähler zu, dieses ehrenvolle Amt des Bürgermeisters in Altötting auszufüllen.

Ich gebe mein Bestes und mein persönliches Engagement diese Vorschusslorbeeren zu rechtfertigen. Ich will dieses Amt so mit meiner Persönlichkeit ausfüllen, wie mich die Leute in Altötting aus meinen verschiedenen bisherigen Tätigkeiten und Ehrenämtern kennen und schätzen gelernt haben. Sicherlich werde ich es nicht immer für alle nach ihren Vorstellungen und Wünschen umsetzen können. Aber mir ist es das größte Anliegen, Altötting für die Bewohner, Besucher und Gäste, aber auch die Beschäftigten in Altötting als die lebenswerte und liebenswerte Heimatstadt zu bewahren und weiter zu entwickeln, um sie für die zukünftigen Herausforderungen als Wallfahrtstadt, Wohnort, Arbeitsstätte und Verwaltungs- und Schulstadt zu gestalten.

Zusammenarbeit, Wünsche, Ziele

Um das alles zu schaffen und voranzutreiben, brauche ich die Gemeinschaft der Bürger und die von den Wählern bestimmten Stadträte, die die Bürger in den nächsten sechs Jahren vertreten. Dazu ein aufrichtiges und herzliches Dankeschön an alle Kandidatinnen und Kandidaten, die sich aus den verschiedenen Gruppierungen und Parteien zur Verfügung gestellt haben. Einen großen Respekt und Anerkennung an die, die es nicht in den neuen Stadtrat geschafft haben. Sie wären bereit gewesen Verantwortung für Altötting zu übernehmen. Bleiben Sie trotzdem mit Interesse dabei, denn wir brauchen Sie und ihr Engagement auch zukünftig für unsere Heimatstadt Altötting.

Ich reiche denen die Hand und biete meine kollegiale Zusammenarbeit an, die ab dem 1. Mai 2020 bzw. dem heutigen Tag mit mir die Geschicke der Stadt lenken werden. Arbeiten wir zusammen um konsensfähige und bestmögliche Lösungen für anstehende und zukünftige Themen zu entwickeln und zu finden, die Altötting für alle Bürgerinnen und Bürger lebenswert und liebenswert machen.

Ich freue mich auf die kollegiale und konstruktive Zusammenarbeit mit allen Beschäftigten der Stadtverwaltung, die sich mit mir zusammen als Dienstleister für Sie, die Bürger der Stadt verstehen. Wir wollen Ihnen bei ihren Wünschen, Anliegen und Nöten helfen, soweit es in unserer Macht steht. Meine Ziele in den kommenden Jahren: Im Wahlwerben sprach ich gerne von unserer lebenswerten und liebenswerten Heimatstadt. Das will ich auch weiterhin beherzigen und damit den Bürgerinnen und Bürgern das Leben und Arbeiten in Altötting erleichtern. Dazu gehören unsere Straßen, die für alle da sein müssen, sprich für den PKW-Verkehr, die Lieferanten, aber auch für die Radfahrer und Fußgänger. Manches Verhalten einiger Verkehrsteilnehmer befremdet mich und deshalb muss man entsprechende bauliche oder gestalterische Maßnahmen ergreifen, um diese Teilnehmer zur Vernunft zu bringen und damit Gerechtigkeit im Straßenverkehr zu schaffen

Ökologische Aspekte und Bemühungen um Europa

Doch auch unsere städtischen Einrichtungen, wie Schulen, Kindergärten, Freibad, Kultur + Kongress Forum, Bücherei und Plätze möchte ich immer im Blick haben und Verbesserungen anstreben. Ein ganz zentrales Thema auch zur Sicherung der vorhandenen Arbeitsplätze in der Stadt werden die Ausweisungen von weiteren Gewerbeflächen und Wohngebieten sein. Das soll aber meiner Meinung nach in einer ökologisch verträglichen Weise passieren. Hier setze ich ganz bewusst auf ein Miteinander und die Kooperation der Bürger entgegen dem Wettbewerb, Wetteifer und Konkurrenzdenken bei Grundstückseigentümern und Nachbarn.

Ich bin sehr zuversichtlich, dieses Miteinander im Stadtrat wecken zu können. Schließlich sind doch alle Stadträte mit der gleichen Zielsetzung angetreten. Sie wollen alle das Beste für ihre Heimatstadt Altötting – geprägt von der jahrhundertealten Geschichte und ihrer traditionellen Wallfahrt, bei allen Themen, die uns zukünftig beschäftigen werden. Davon gehe ich aus und ich rechne auch fest damit, dass bei unterschiedlichen Ansichten, ich immer die Bereitschaft zum Konsens erwarten darf und kann. Wir sind doch alle Demokraten und keine Egoisten!

Ich trete mit dem Anspruch an, die Stadt grüner zu machen. Das gilt für das Pflanzen von Bäumen und Blühflächen und auch für nachhaltige Energie- und Verkehrskonzepte! Gerade der Artikel in der Heimatzeitung vom 28. April dieses Jahres, S. 3, „Wenn wir so weitermachen, sterben wir aus“ von Stefano Mancuso, bestärkt mich im Bestreben, den Pflanzen vieles abzuschauen. Wir brauchen das Grün für uns, in unserer Stadt. Mir ist es nicht begreiflich, wenn Hausbesitzer mit Garten - ihre Flächen komplett „zupflastern“, mit Asphalt, Kies und Steinen bedecken. Damit bleibt kein Lebensraum für Insekten, Pflanzen und Tiere, die für unser Ökosystem und damit für das Gleichgewicht so entscheidend sind. Dieser Artikel stellt Zusammenhänge auch zur Corona-Pandemie her.

Wir Menschen brauchen die Erde zum Leben, die Erde braucht uns aber nicht! Längst überfällig ist ein Umdenken und Konsequenzen in unserem Handeln notwendig. Das gilt auch im Kleinen und damit auch für unser Stadtgebiet!

Dazu gehören auch die Energiekonzepte wie bei unserer Biothermie, die sich weiter entwickeln muss und mit weiteren regenerativen bzw. CO2-freien Energiequellen versorgen sollte. Verkehrskonzepte will ich mit Fachleuten, Straßeneignern (Landkreis) und Straßenbauamt beraten, planen und umsetzen. Das muss natürlich immer in enger Abstimmung mit den Eigentümern und den Bauwilligen geschehen. Entscheidend sind dabei die umsetzbaren richtungweisenden Konzepte.

Schon aus ökologischen Aspekten, aber auch weiteren pragmatischen Überlegungen möchte ich eine verträgliche Nachverdichtung anstreben. Damit kann sich auch der Aufwand für die Erschließung wie Wasser / Abwasser, weitere Verkehrsflächen und Bodenverdichtungen eingrenzen lassen. Im sozialen Wohnungsbau haben wir durchaus Nachholbedarf und sollten neue und bürgerfreundliche Konzepte finden und verfolgen!

Die Bemühungen um Europa sind heute wichtiger denn je. Die EU durchschreitet sehr schwere Zeiten. National-egoistisches Denken einiger Staatsoberhäupter unterstreicht diesen Trend. Deutschland kann hier sehr viel für Europa durch seine wirtschaftliche Stärke und die zentrale Lage und seinen Einfluss bewirken. Diese Verpflichtungen dürfen wir nicht nur an die „große“ Politik abschieben, im Kleinen geschieht das wirklich Bewegende. Besonders deshalb ist es eine äußerst ehrenvolle Verpflichtung für die Gemeinden und Kommunen wie Altötting, diese Herausforderungen emotional im direkten Kontakt mit den Bürgern und deren Städten zu leben. Die Städte und Partner von „Shrines of Europe“ können hier weiterhin ihren Beitrag leisten. Um das bewerkstelligen zu können, brauche ich aber auch erfahrene Unterstützer.

Die neuen Stadtratsmitglieder

Aber jetzt zurück zu unserem besonderen Tag!

Mein besonderer Gruß gilt heute den neun neuen Stadtratsmitgliedern in unserer Mitte, es sind dies in alphabetischer Reihenfolge:

Herrn Martin Antwerpen
Frau Ulrike Bubl
Herrn Alfred Kanizsay
Herrn Marco Keßler
Herrn Dr. Hans-Ulrich Mayr
Herrn David Pietzka
Herrn Michael Prostmeier
Herrn Marcel Seehuber
Frau Elisabeth Strasser

Unser neu gewählter Stadtrat setzt sich wie folgt zusammen:

4 Rentner
9 Selbstständige
8 Angestellte
1 Arzt
2 Lehrer
= 6 Frauen
= 18 Männer

Dem Gremium gehören folgende Parteien bzw. Gruppierungen an:

CSU10 Sitze
FW5 Sitze
SPD3 Sitze
Die Liste3 Sitze
AfD2 Sitze
ÖDP1 Sitz

 

Persönlicher Werdegang

Lassen Sie mich einige persönliche Sätze zum Schluss meiner Ausführungen und zu meinem Werdegang anfügen! Ich bin geboren und aufgewachsen in Altötting. Ich wuchs mit vier Brüdern auf - eingebettet in einem wunderbaren Umfeld, gestaltet von meinen / unseren äußerst lieben und fürsorglichen Eltern. Ich kann es mir nicht schöner und besser vorstellen. Viele Erlebnisse prägen mich noch heute.

Nach dem Abitur, durfte ich den schönsten Handwerksberuf, den ich mir vorstellen kann, in Berchtesgaden erlernen. Als erste wichtige Station meiner Ausbildung erlernte ich den gestaltenden Beruf des Schreiners!

Danach als zweite Station studierte ich das Lehramt für berufliche Schulen. Diese Ausbildung bedeutet für mich die Berufung zu einer Tätigkeit, bei der ich mithelfen durfte junge Menschen auf ihre berufliche Zukunft und ihr Leben vorzubereiten und ihnen ein Handwerkszeug für sich und ihr Schaffen mitzugeben.

Und nun schließt sich für mich der Kreis! Meine dritte Station in meiner beruflichen Laufbahn, in der ich wiederum helfen darf, zu entwickeln und gestalten. Auch das ist für mich Berufung – Dank der Altöttinger Bürgerinnen und Bürger, die mich durch die Wahl zu diesem schönen und ehrenvollen Amt des Bürgermeisters für Altötting bestimmt haben. Dieses Vertrauen bestärkt mich für die Stadt und ihre Bürger mein Bestes zu geben und meine Heimatstadt weiterzuentwickeln und für die Zukunft zu gestalten. Darin möchte ich aufgehen!

Auf kollegiale und konstruktive Zusammenarbeit und gutes Gelingen, ganz nach meinem Wahlspruch:

Auf gehts!

Herzlichen Dank fürs Zuhören!

Hier steht Erster Bürgermeister Stephan Antwerpen auf dem Kapellplatz.