15.10.2026|
Diözesanbibliothekarin Hildegard Franz (links) überreichte das Zertifikat an Büchereileiterin Sonja Wirnsberger und Bürgermeister Stephan Antwerpen. Mit ihnen freute sich das Team der Stadtbücherei, das entscheidenden Anteil am Erfolg hat, wie allenthalben betont wurde. - Foto: Hölzlwimmer
Von einer „tollen Bücherei“, die „super“ laufe, war am Mittwoch die Rede: So drückte sich Diözesanbibliothekarin Hildegard Franz aus, als sie in der Stadtbücherei Altötting zu Gast war – und das in einer besonderen Mission. Wie erstmals 2024 überreichte sie der Einrichtung erneut das Bücherei-Siegel des Sankt Michaelsbundes. Die Zertifizierung gilt erneut für zwei Jahre, für 2026 und 2027.
Dass das Siegel der Stadtbücherei wieder zuerkannt wurde, liegt an den nackten Zahlen: „Die statistischen Daten haben super gepasst“, so Franz. Kooperationspartner und Veranstaltungsangebot, dazu die Benutzerorientiertheit von Öffnungszeiten und Medienangebot sowie regelmäßige Fortbildungen – all das und noch vieles mehr zieht der Michaelsbund heran, wenn es um die Vergabe des Siegels geht.
22 von 24 Kriterien erfüllt - trotz personellem Engpass
24 Kriterien sind es insgesamt. 22 davon hat die Stadtbücherei erfüllt. Lediglich die Zahl der jährlichen Mitarbeitertreffen (fünf waren es, zehn hätten es sein sollen) und die der durchschnittlichen Leihen von Medien (2,8 statt drei) blieben unter der geforderten Marke. Wobei es für Letzteres einen plausiblen Grund gibt. Angesichts von krankheitsbedingten Ausfällen konnten nicht so viele Medien wie geplant aussortiert werden. Sobald das nachgeholt sei, werde auch diese Voraussetzung erfüllt sein, zeigte sich die Bücherleiterin überzeugt. Wobei gerade der Umstand des vorübergehenden personellen Engpasses die Auszeichnung umso wertvoller mache. Dass die Kriterien dennoch so zahlreich hätten erfüllt werden können, sei „ganz besonders“, sagte Sonja Wirnsberger und richtete ihren Dank daher nicht nur an Bürgermeister Stephan Antwerpen, der wie die Stadtverantwortlichen allgemein immer ein offenes Ohr für die Stadtbücherei habe, und den Sankt Michaelsbund für die fachliche Unterstützung, sondern explizit auch an die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter.
Dieser Einschätzung schloss sich Bürgermeister Antwerpen an. Er sei stolz auf die Bücherei, sei diese doch „top geführt“. Und das Personal erbringe eine „phänomenale Leistung“. Nur in dieser Kombination sei es möglich, die für das Siegel erforderlichen Punkte so zahlreich zu sammeln. Auch würdigte das Stadtoberhaupt das Miteinander mit dem Michaelsbund: „Das stärkt unsere Bücherei.“ Wichtig seien auch Hinweise, wo noch Luft nach oben sei – „obwohl das nicht viel ist, weil wir ja fast ganz oben sind“.
Keine freiwillige Leistung, sondern Pflichtaufgabe
Zugleich versicherte Stephan Antwerpen, die Stadt werde sich auch weiterhin stark machen für die Belange der Bücherei. Ein Aspekt: Sie diene der Wissensvermittlung und sei ebenso wie die Kultur keine freiwillige Leistung von Kommunen, wie es fälschlicherweise oft heiße, sondern – weil wichtiger Teil der Gesellschaft – eine Pflichtaufgabe.
sh