Die Herzurnen von Königen in der Altöttinger Gnadenkapelle.
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Kaiser und Könige in Altötting

Während vieler Jahrhunderte besuchten Kaiser und Könige Altötting. Es waren politische und persönliche Gründe, die die gekrönten Häupter zum Wallfahrtsort in Bayern reisen ließen. Hier wurden Allianzen geschmiedet, es wurde gestritten und gebetet. Und nicht zuletzt wurde die Gnadenkapelle in Altötting zum Ruheort für die Herzen der verstorbenen Wittelsbacher auserkoren.

Karolinger, Habsburger und Wittelsbacher in Bayern

Die Region um „Autingas“ oder „Ötting“ war schon im 1. Jahrtausend ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt. Als Karl der Große nach dem Herzogtum der Agilolfinger griff, rückte der bayerische Ort in den Mittelpunkt des politischen Interesses. Ötting wurde kurzzeitig sogar zum Regierungssitz des bayerischen Königs Karlmann, der somit auch einen Grundstein für den bedeutendsten Wallfahrtsort im deutschsprachigen Raum legte .

Ein Bild der Altöttinger Dioramenschau, es zeigt die alte Stadtansicht.

Die Karolinger in Altötting

Nachdem Karl der Große den letzten Agilolfingerherzog Tassilo III. entmachtet hatte, wurde der einstige Herzogshof von Ötting zur karolingischen Köngispfalz. Damals wurde in der Art der „Reisekaiser“ regiert, indem der Kaiser von einer Pfalz zur nächsten zog, wobei die jeweilige Pfalz den kaiserlichen Tross unterhalten musste. Die Wende kam unter Karlmann, dem Enkel Karls des Großen, denn dieser verlegte seinen Regierungssitz im Jahr 865 dauerhaft nach Ötting. Hier regierte der Karolinger als König von Bayern und Italien bis zu seinem Tod im Jahr 880. Auch sein Sohn, der spätere Kaiser Arnulf von Kärnten, lebte und verstarb in Ötting im Dezember 899. Der Aufenthalt mehrerer karolingischer Kaiser und Könige ist also nachweisbar, allerdings starb der ostfränkische Zweig des Hauses mit dem Sohn des Karolingers Arnulf (Ludwig d. Kind) aus.

Ein Bild der Altöttinger Dioramenschau, dieses zeigt das zweite Wunder der Mutter Gottes.

Beginn der Wallfahrt nach Altötting

Karlmann hatte in seinem Kirchenschatz, den er seinem neuen Regierungssitz stiftete, eine Armreliquie des heiligen Apostels Philippus mitgebracht. So stieg Ötting in den Rang einer Apostel-Pilgerstätte auf. Die ersten Pilger ließen nicht lange auf sich warten, die Bedeutung und damit die Wirtschaftskraft des bayerischen Wallfahrtsortes stiegen stetig an. Das Marienwunder im 15. Jahrhundert begründete den Ruf Altöttings als Marienwallfahrtsort, dem sich während der folgenden Jahrhunderte die Herrscher der Häuser Wittelsbach und Habsburg gleichermaßen verbunden fühlten.

Kaiser Friedrich III. und Kaiser Karl Albrecht

Als Beispiel für die zahlreichen Kaiser und Könige, die Altötting besuchten, steht Kaiser Friedrich III. Der am längsten herrschende König bzw. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation wurde 1452 in Rom gekrönt. Der Habsburger ist neben der Tatsache, dass er Altötting besuchte, für sein rätselhaftes Besitzzeichen „AEIOU“ bekannt.

Ein weiterer bedeutender Besucher war Bayerns Kurfürst Karl Albrecht, der 1742 zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gewählt wurde und zum Dank nach Altötting wallfahrtete. Die beiden Kaiser stehen stellvertretend für die Häuser Habsburg und Wittelsbach, deren Schicksale eng verbunden waren.

Ein Ausschnitt der Altöttinger Dioramenschau, von Maximilian I. und Graf Tilly vor der schwarzen Madonna.

Königliche Herzen für Altötting

Die Praxis der getrennten Bestattung von Leib und Herz begründete in Bayern Kurfürst Maximilian I. im 17. Jahrhundert. Es wurde zur Wittelsbacher Tradition, die Herzen der Angehörigen des bayerischen Fürsten- und Königshauses in kunstvoll verzierten Herzurnen in der Gnadenkapelle in Altötting aufzubewahren. In Wandnischen befinden sich insgesamt 28 Herzurnen. Die erste enthält das Herz von Kurfürstin Elisabeth Renata, die 1635 verstarb. Die jüngste Herzurne datiert auf das Jahr 1954 und bewahrt das Herz der letzten bayerischen Kronprinzessin Antonia. Auch die Herzurne des bayerischen „Märchenkönigs“ Ludwig II. befindet sich in der Altöttinger Gnadenkapelle.

Die Herzurnen der Könige in der Altöttinger Gnadenkapelle.

Andenken an Kaiser und Könige in Altötting

Ein dreidimensionales Dioramenbild zeigt das Treffen des Habsburger-Kaisers Leopold I. mit Kurfürst Max Emanuel von Bayern beim Abschluss der „Heiligen Allianz“ im Jahr 1681, die zwei Jahre später im Kampf gegen die Türken vor Wien zum Tragen kam. In der Schatzkammer sind ein Emaille-Portrait von Habsburger-Kaiser Franz Joseph I. und der Brautkranz seiner Gemahlin, Kaiserin Elisabeth, zu sehen. Diese Artefakte zeugen von der engen Verbindung der Wittelsbacher und Habsburger mit Altötting.

Der Brautkranz der Kaiserin Sissi von Österreich in der Altöttinger Schatzkammer.

Wenn Sie mehr über die Geschichte von Altötting erfahren wollen, empfehlen wir Ihnen die Teilnahme an einer Stadtführung.