Statue einer Madonna auf blauem Himmel.

Shrines of Europe

Alljährlich besuchen unzählige Gläubige die europäischen Marienheiligtümer. Sie suchen Trost oder neue Glaubens- und Lebenskraft.
Die bedeutendsten Marienwallfahrtsorte Europas sind seit der Gründung der Arbeitsgemeinschaft "Shrines of Europe" im Jahre 1996 eng miteinander verbunden. Mitglieder der "Shrines of Europe" sind Altötting in Deutschland, Czestochowa in Polen, Einsiedeln in der Schweiz, Fátima in Portugal, Loreto in Italien, Lourdes in Frankreich und Mariazell in Österreich. Alle "Shrines of Europe" wurden von den letzten beiden europäischen Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt XVI. besucht, denn beide waren große Marienverehrer und unterstrichen so die große Bedeutung der europäischen Marienwallfahrtsorte.

Eine Shrines Europakarte für Altötting.

Altötting

Die Wallfahrtsstadt Altötting trägt den klangvollen Namen "Herz Bayerns". Denn Altötting ist seit über 1250 Jahren das religiöse Zentrum Bayerns und zudem beherbergt die Altöttinger Gnadenkapelle die Herzen der bayerischen Herzöge, Könige und Kurfürsten. Das Heiligtum "Unsere Liebe Frau von Altötting", die im Volksmund genannte "Schwarze Madonna", ist eine aus Lindenholz geschnitzte Madonna mit dem Jesuskind auf dem Arm, welche um das Jahr 1330 in Burgund gefertigt wurde. Zwei aufsehenerregende Heilungswunder zweier Jungen lösten 1489 die Wallfahrt nach Altötting aus, die bis heute anhält.

Der Pilgereinzug an Pfingsten auf den Altöttinger Kapellplatz.

Czestochowa

Im Jasna Góra Kloster der Pauliner in Czestochowa befindet sich Polens bedeutendstes Heiligtum: das Gnadenbild der Muttergottes von Czestochowa, welches als Schwarze Madonna dargestellt ist. Es handelt sich hierbei um eine Tafel aus Lindenholz, die in einer Kapelle im Jasna Góra Kloster beheimatet ist. Sie ist das wichtigste Ziel der Pilger, die im Glauben an deren Wundertätigkeit neue Kraft schöpfen.

Wallfahrtskirche in Tschenstochau

Einsiedeln

Die Gnadenkapelle Unserer Lieben Frau von Einsiedeln beherbergt das bedeutendste Wallfahrtsziel der Schweiz, die berühmte "Schwarze Madonna". Sie kam 1466 nach Einsiedeln in eine kleine Kapelle, die im Jahre 861 errichtet worden ist. Heute befindet sich diese Gnadenkapelle im Inneren der Benediktinerabtei, einem barocken Klostergebäude aus dem Jahre 1704, in dem noch heute Benediktiner-Mönche leben und wirken.

Kloster in Einsiedeln mit Pferdeumritt

Fátima

Fátima wird auch die "Stadt des Friedens" genannt. Sie ist der bedeutendste Marienwallfahrtsort Portugals und wohl auch einer der bedeutendsten der Welt. Der Ursprung der Wallfahrt liegt noch nicht lange zurück: Im Jahre 1917 erschien die Muttergottes zwischen Mai und Oktober jeweils am 13. des Monats drei armen Hirtenkindern, lehrte sie zu beten und übermittelte eine Botschaft über Friede, Glaube und Weihe. Am 13. Oktober, am Tag der letzten Marienerscheinung, erlebten viele tausende Pilger das unglaubliche Sonnenwunder. An diesem heiligen Platz wurde dann die Erscheinungskapelle erbaut, in der sich auf einer Marmorsäule das Gnadenbild Unserer Lieben Frau von Fátima befindet.

Wallfahrtskirche in Fatima

Loreto

Das Heiligtum von Loreto ist die "Santa Casa", die das Gnadenbild der Muttergottes mit dem Jesuskind beherbergt. Die "Santa Casa" ist laut einer Überlieferung das Geburtshaus der Jungfrau Maria, das von Engeln von Nazareth in Galiäa nach Loreto getragen wurde. Der Original-Grundriss der "Santa Casa" besteht nur aus drei Wänden, in Nazareth diente eine Felsmauer als vierte Wand. Um 1400 wurde die erste Kirche über der "Santa Casa" errichtet, 1587 wurde dann die jetztige Basilika über dem Geburtshaus der Muttergottes fertiggestellt.

Wallfahrtskirche in Loreto

Lourdes

Lourdes ist eng verbunden mit dem Element Wasser. Nicht nur wegen des Flusses Gave, der durch die Stadt fließt, sondern vor allem wegen der Quelle in der Grotte, in der 1858 insgesamt 18 Mal die Muttergottes der 14-jährigen Bernadette Soubirous erschienen ist. Während einer Erscheinung legte Bernadette das Wasser der Quelle frei. Es gilt als wundertätig und ist ein Symbol der Reinigung. In dieser Grotte steht heute eine Marienstatue, die nach der Beschreibung von Bernadette erschaffen wurde. Mit der Zeit bildete sich um die Grotte ein heiliger Bezirk mit vielen Kirchen und Kapellen. Heute ist Lourdes der bedeutendste christliche Krankenwallfahrtsort.

Lichterprozession in Lourdes

Mariazell

Das hölzerne Gnadenbild der "Magna Mater Austriae" mit dem Jesuskind ist das Ziel der zahlreichen Pilger, die sich auf den Weg nach Mariazell machen. Das Gnadenbild befindet sich in einer Kapelle innerhalb der Basilika Mariazell. Der Legende nach brachte ein Mönch namens Magnus das Gnadenbild im Jahre 1157 nach Mariazell. Kurz vor seinem Ziel war der Weg durch einen Fels versperrt, doch nach Anrufen der Mutttergottes teilte sich der Fels und Magnus konnte weitergehen. An seinem Ziel angekommen stellte er die Statue der Madonna auf einen Baumstumpf und begann, um diesen eine erste Kapelle zu bauen. Noch heute steht die Gnadenkapelle an der ursprünglichen Stelle der Gründung.

Wallfahrtskirche in Mariazell mit Regenbogen