Verschiedene Weihrauch Gegenstände, Weihrauch, Gold und Myrrhe im Altöttinger Weihrauchmuseum.
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Faszination Weihrauch erleben in Altötting

Sein Duft ist eng mit den Hochämtern der Kirche verbunden. Seine für den Körper wohltuende und auch schmerzlindernde Wirkung haben viele Menschen erfahren können. Der Weihrauch hat manchmal etwas Mystisches, oftmals einfach nur etwas Entspannendes „In unserem kleinen Weihrauchmuseum wollen wir den Gästen zeigen, welche handwerkliche Leistung hinter dessen Produktion steckt und wieviel Wissenswertes es zu erfahren gibt“, sagt Eva Kilwing. Sie ist die Initiatorin des Weihrauchmuseums (mit Konzept-Laden), das am Kapellplatz 2 in Altötting beheimatet ist. Ein Besuch ist aufschlussreich und lüftet viele Geheimnisse.

Der relativ kleine Raum ist sehr stilvoll eingerichtet. Die Augen des Betrachters leuchten, wenn er die bunten und schön angerichteten Mischungen der Weihrauchmanufaktur Kilwing entdeckt. Noch viel angenehmer, entspannender und zudem überaus wohltuend sind die sehr interessanten, aber zu keiner Zeit aufdringlichen Düfte.

Verschiedene Weihrauch varianten im Altöttinger Weihrauchmuseum.

Weihrauch ist echte Handarbeit

Die Besucher erleben den Mythos Weihrauch mit allen Sinnen. Die kleine Entdeckungsreise beginnt mit dem Blick auf die großen Säcke, die am Boden stehen. „In diesen bekommen wir das getrocknete Gummiharz der Boswellia-Bäume aus verschiedenen Erntegebieten“, erklärt Frau Kilwing. Die mächtigen Bäume wachsen nur unter bestimmten klimatischen Bedingungen. Kalkhaltige Böden, Wüstenklima und Passatwinde begünstigen das Wachstum. Wichtig ist zudem die lebenswichtige Feuchte des Monsuns. Der Weihrauch stammt unter anderem aus der südarabischen Region mit Oman, den Ländern am Horn Afrikas oder auch aus Indien. „Die komplette Produktionskette von Weihrauch ist ausschließlich das Produkt reiner Handarbeit. Das beginnt schon mit der Ernte des Harzes, die sich über mehrere Monate erstreckt“, so Eva Kilwing. „Handarbeit“ verrichtet der Besucher auch, wenn er die großen getrockneten Harzstücke in die Hand nimmt. Sie verströmen edle Düfte. „Der Erntezeitpunkt, die Boswellia-Sorte, die Ernteregion, eine gewisse Farbe und Größe der Harze sind entscheidend - dann sprechen wir von optimaler Qualität. Die großen Stücke speichern die ätherischen Öle am besten“, unterstreicht die Expertin. Aufgrund seiner Farbe erhielt das reine Naturprodukt den Namen „weißes Gold“. „Die Bäume befinden sich alle im Familienbesitz. Sie werden manchmal auch als Mitgift eingesetzt. In früheren Zeiten gab es auch Kämpfe um diese wichtige Ressource“, erzählt Eva Kilwing.

Das Weihrauchmuseum

Das Museum ist klein, aber fein. Auf interessant gestalteten Schautafeln warten Informationen von der Geschichte bis hin zu den Einsatzgebieten des Weihrauches. Schon vor 3.500 Jahren erkannten verschiedene Völker die wohltuende Wirkung für unseren Körper. Der Rauch desinfizierte die Luft. In Salben wird Weihrauch für Gelenke und Haut verwendet. Schon der persische Arzt Avicenna entdeckte die Sinnhaftigkeit der inneren Anwendung von Weihrauchharzperlen. Der besondere Pfiff des Weihrauches liegt in der Kraft der Boswellia-Säuren. Sie können chronisch-entzündliche Erkrankungen günstig beeinflussen. Anhand von Schautafeln wird auf die wissenschaftlich belegten Wirkungen des „weißen Goldes“ hingewiesen.

Das Weihrauchmuseum in Altötting mit den verschiedenen Weihrauchschalen.

Geschichte des Weihrauchs

Das Verbrennen des getrockneten Gummiharzes hatte sowohl praktische, als auch mystische Bedeutung. Seit der Antike nutzten die Menschen den aromatischen Rauch, um die Lebensumgebung aufzuwerten und wirkungsvoll auszuräuchern. Die Pharaonen verwandten ihn bei Kulthandlungen. Bei den Römern ersetzte der Gebrauch des Weihrauches die Opfergaben. Schön und wertvoll - Gott sollte schließlich die schönsten Geschenke empfangen. Die Kirche nutzte den Weihrauch ab Mitte des 1. Jahrtausend nach Christus, seit 1570 dauerhaft als Sinnbild der Festlichkeit. Unter anderem sollte Jesus durch dessen Gebrauch erfahrbar werden. Welche Sinnlichkeit der sanfte Duft des Weihrauchs entfacht, können die Museumsbesucher erfahren, wenn sie in die Kunst des Räucherns eingeführt werden. Dann nimmt der eigene Körper den Rauch der ätherischen Öle mit allen Poren auf. Die Faszination Weihrauch bleibt manchen Besuchern auch Stunden nach dem Museums noch erhalten, weil sich der natürlich-sanfte Duft auf wundersame Weise in der Nase festgesetzt hat.

Das Weihrauchmuseum Altötting Kilwing mit einer Weihrauchschale, in der die "Innere Ruhe" liegt.