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Grußworte von Bischof Dr. Stefan Oster

Verehrte liebe Pilgerinnen und Pilger, Schwestern und Brüder im Glauben!

Er, der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu. Und er sagte: Schreib es auf, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr!“ Diese Stelle, die wir in der Offenbarung des Johannes finden (Offb 21,5) finden, beinhaltet das Leitwort der Wallfahrt am Gnadenort Altötting für das Jahr 2021:

„Seht, ich mache alles neu!“

Im zitierten Text ist von radikalen Neuerungen die Rede: „Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr. Ich sah die heilige Stadt, das himmlische Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen (…)“ (Offb 21,1-2).

Auch viele von uns sehnen sich danach, dass etwas in ihrem Leben neu wird, manchmal auch mit – erwarteten oder unerwarteten – radikalen Folgen: das kann die Sehnsucht nach einer neuen Aufgabe sein, die herausfordernd und interessant ist, das kann die Sehnsucht nach neuen Beziehungen zu Menschen sein, die in das Leben treten, dieses umkrempeln und in anderem Licht erscheinen lassen und vieles mehr, die Sehnsucht nach materiellen „Neuheiten“ nicht ausgeschlossen.

Und bisweilen finden wir in uns auch die tiefe Sehnsucht vor, dass auch in unserem Glauben etwas neu werde, dass unsere Beziehung zu Gott intensiver und durchaus auch radikaler werden möge. Wenn wir dies bei uns feststellen und wenn wir uns geprüft haben, ob diese Sehnsucht echt ist und so etwas wie eine geistliche Weisung ist – was sollen wir dann unternehmen, um klarer zu sehen und das zu tun, welchen Weg Gott mit uns gehen will? Eine Wallfahrt ist jedenfalls fast immer ein guter Vorschlag – um Gott um Klarheit und Segen zu bitten – und um die Anliegen der Mutter Gottes anzuvertrauen.

Auch Sie, liebe Pilgerinnen und Pilger, haben sich auf den Weg gemacht, Ihre Wallfahrt zur Gnadenmutter nach Altötting anzutreten. Ihre Beweggründe sind sicher vielseitig und sehr individuell – und vielleicht verspüren auch Sie die Sehnsucht nach einer geistlichen Wendung, nach einer Neuwerdung im Glauben.

Und wie alle Suchende dürfen wir dankbar sein, wenn wir hierbei Hilfe erfahren und uns Orientierung geschenkt ist – ein Beistand, der uns gerade im Wallfahrtsort Altötting auf Schritt und Tritt begleitet: es ist die Gottesmutter Maria, die uns Wegweiser sein will zu unserem Herrn Jesus Christus, zum wahren Ziel unserer Lebens- und Glaubenssuche. Daher bitte ich Sie, bei Ihrer Wallfahrt ganz besonders darauf zu schauen und sich zu fragen, wo und wie die Gnadenmutter Maria den Weg zu Jesus Christus gerade auch für Ihr Leben weist und diese Wegweisung gläubig und dankbar anzunehmen

Liebe Schwester und Brüder im Glauben,

für eine gelingende Pilgerreise bedarf es Menschen, die sich engagieren, die organisieren, die die Pilgerinnen und Pilger gut aufnehmen und ein Umfeld schaffen, in dem eine Wallfahrt gelingen kann. Es ist mir ein persönliches Anliegen allen Haupt- und Ehrenamtlichen ganz herzlichen Dank zu sagen, die in diesem Felde segensreich wirken: „Vergelt´s Gott“!

Auf die Fürsprache Unserer Lieben Frau von Altötting schenke Ihnen der dreifaltige Gott seine Barmherzigkeit und seinen reichen Segen!

 

Dr. Stefan Oster SDB

Bischof von Passau